Lernen in der Lokalsprache

Wissen der indigenen Bevölkerung

In Thailands abgelegenen Berg­dörfern sprechen Kinder eine andere Sprache als deren Lehrer, die von der Zentral­regierung in die Dörfer geschickt werden. Die Kinder können dem Unterricht dadurch nicht folgen und lernen kaum etwas. Ändern kann dies nur ein Unterricht in der Lokal­sprache.

  • Herausforderung

    Viele Kinder brechen die Schule aufgrund der fremden Sprache ab.

  • Massnahme

    Kulturelles und lokales Wissen in den Unterricht integrieren.

  • Ziel

    Lokales Wissen in der Muttersprache im Lehrplan verankern.

Unterstützte Kinder

1375

Projektdauer von 2008 bis 2016

Kategorien

Ethnische Minderheiten, Gleichberechtigung, Lehrerausbildung, Schulbildung, Südostasien

Bisherige Projekterfolge

In jenen Gemeinden, in denen die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi tätig ist, werden sämtliche Kinder eingeschult.

Wissensvermittlung durch die Bevölkerung

Eine Gruppe von Kindern steht im Wald und hört dem Dorf­ältesten interessiert zu, wie er von Heil­pflanzen erzählt. Danach dürfen die Schülerinnen und Schüler selbst­ständig nach Pflanzen suchen. Immer wieder zeigen sie dem Lehrer stolz ihre Funde. Im Norden Thailands, nahe der Grenze zu Myanmar/Burma, ist diese Art des Unter­richts eine Ausnahme. Das zentralistisch geprägte Schul­system ist an städtische Verhältnisse angepasst. Die Kinder der indigenen Bevölkerung, die eine andere Sprache sprechen, können mit den offiziellen Schul­büchern nicht viel anfangen: Diese basieren auf purer Theorie, sind in der offiziellen Landes­sprache Thai geschrieben und gehen nicht auf den Alltag der Berg­völker ein.

Traditionelles Handwerk im Unterricht

«The Life Skills Development Foundation», eine Partner­organisation der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, hat deshalb ein Bildungs­programm entwickelt, in das die Bevölkerung der kleinen Dörfer mit einbezogen wird. Neben Lesen und Schreiben eignen sich die Schüler auch indigenes Wissen wie traditionelles Hand­werk oder den Umgang mit der Natur an. Vermittelt wird es oft nicht durch die offizielle Lehrperson, sondern durch Dorf­bewohnerinnen und Dorf­bewohner. So sehen auch die Eltern einen Nutzen in der Schul­bildung und unterstützen den Schulbesuch ihrer Kinder, statt sie als Arbeits­kräfte zu Hause zu behalten. Danke des kindgerechten und spielerischen Unterrichts entwickeln die Kinder Freude am Lernen und sichern gleich­zeitig das Weiter­bestehen ihrer Kultur.

«Die Kinder können dank des Projekts zur Schule gehen, und die indigene Kultur sowie das Wissen bleiben bestehen.»

Suraporn Suriyamonton
Länderverantwortliche Thailand

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Im Jahr 2016 haben wir gemeinsam 31 827 Kinder unterstützt.

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