Wenn Mädchen keinen Ausweg sehen

07.03.15 | Silvan Thalmann

Im zentralamerikanischen El Salvador besteht ein striktes Abtreibungsverbot. Gleichzeitig zählt das kleine Land enorm viele Jugendschwangerschaften. Nicht nur gehen diese Mädchen nicht mehr zur Schule und verbauen sich damit ihre Perspektiven auf einen Job. Auf den Schultern der Mädchen lastet auch ein enorm hoher Druck. Diesem halten viele nicht stand – und begehen Selbstmord.

© Stiftung Kinderdorf Pestalozzi/Dany Vigil

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi fördert mit dem Bildungsprojekt «For an education with gender equity» in drei Provinzen El Salvadors die Gleichstellung von Mädchen in der Schulbildung. El Salvador ist flächenmässig das kleinste und mit 7.3 Millionen Einwohnern gleichzeitig das dichtbesiedeltste Land Zentralamerikas. Lücken im Lehrplan und strikte politische Vorschriften sorgen dafür, dass Mädchen eine schlechtere Ausgangslage beim Start ins Berufsleben haben.

Diskriminierung endet in Tragödien

Der kleine Staat am Pazifik verfügt nicht nur über eine starke Jugendkriminalität, sondern bei 15- bis 19-jährigen Mädchen auch über eine hohe Schwangerschaftsrate. Weil die salvadorianische Regierung ein strenges Abtreibungsverbot verhängt hat und bei Widerhandlung bis zu acht Jahre Gefängnis drohen, lastet ein gewaltiger Druck auf den schwangeren Jugendlichen. Die politische wie auch gesellschaftliche Diskriminierung der schwangeren 15- bis 19-jährigen Mädchen führt dazu, dass viele die Schule abbrechen. Überaus tragisch ist zudem der Umstand, dass rund 40% der schwangeren Mädchen Selbstmord begehen.

«Lücken im Lehrplan und strikte politische Vorschriften sorgen dafür, dass Mädchen eine schlechtere Ausgangslage beim Start ins Berufsleben haben.»

Aufklärung schafft Perspektive

Das Bildungsprojekt „For an education with gender equity“ der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi hat zum Ziel, dass die Schulen in El Salvador Sexualkunde in den Schulunterricht integrieren. Diesbezüglich wird geeignetes Schulungs- und Schulmaterial produziert und die Lehrkräfte entsprechend geschult. Längerfristig soll Sexualkunde als integriertes Unterrichtsfach landesweit im Lehrplan verankert werden. Durch die aufklärende Funktion kann die adoleszente Schwangerschaft um 20% und die Schulabbruchrate bei schwangeren Mädchen gar um 40% gesenkt werden. Die schulische Aufklärung verbessert indirekt bei allen Jugendlichen, bei Mädchen wie auch Jungen, die zukünftigen Berufschancen.

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