Interessante Erfahrung: Saxer Primarschüler trafen kürzlich auf Schüler aus der Ukraine. © WundO Online

Kürzlich verbrachte die 5. und 6. Klasse aus Sax mit ihrer Lehrerin Nicole Eggenberger eine Woche zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Neben dem Kennenlernen von Kindern mit anderem kulturellen Hintergrund standen auch die Themen Diskriminierung und Zivilcourage auf dem Programm.

Schon bei der Anreise nach Trogen waren einige aufgeregt, weil sie zum ersten Mal ohne ihre Familie verreisten oder wegen der Ungewissheit, was auf sie zukommen würde. Wer sind diese Kinder, die über 20 Stunden Fahrt mit dem Car aus der Ukraine auf sich genommen haben, um Schweizer Kinder kennenzulernen? Würde es ihnen gelingen, sich auf Englisch zu unterhalten?

Die Saxer bezogen ein eigenes Appenzellerhaus, wo sie in gemütlichen Zimmern untergebracht waren. Am Nachmittag stand die erste Begegnung mit den Kindern aus der Ukraine bevor. Sichtbare Spannung lag in der Luft. Als diese offen und freundlich auf die Saxer Kinder zugingen und sie herzlich begrüssten, war die Anspannung sogleich verflogen. Schnell lernte man sich besser kennen – sei es auf Englisch, aber auch mit nonverbalen Kommunikationsmitteln. Dies ging besser als erwartet. Überrascht stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass sie vieles gemeinsam hatten.

«Am Nachmittag stand die erste Begegnung mit den Kindern aus der Ukraine bevor. Sichtbare Spannung lag in der Luft.»

Am Dienstagmorgen erschien die ukrainische Klasse in traditionellen Kleidern. Sie sang Volkslieder, und in einem Tanz stellten sie eine Geschichte dar. In darauffolgenden Film konnte man die Sehenswürdigkeiten ihres Landes bestaunen. Zum krönenden Abschluss wurden alle mit feinem Gebäck aus der Ukraine verwöhnt. Die Saxer Mädchen waren für ihren Auftritt allesamt mit der Werdenberger Tracht und die Knaben mit Edelweisshemden gekleidet. Mit lautem Kuhglockengeläut begannen sie ihre Darbietung. Mit «Musig i dä Schwiz» von Bligg und beim traditionellen «Buurebüebli» stellten sie ihre gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis. Voller Begeisterung schaukelte die Ukrainer mit. Kulinarisch präsentierten sie die Schweiz, indem sie Saxer Käse, Birnenbrot und Schokoladenstücke zum Probieren verteilten. Ihre Hobbies stellten sie pantomimisch dar, damit diese von den anderen Kindern erraten werden konnten. Sehr zum Erstaunen des Publikums wurde nebst verschiedenen Sportarten und dem Musizieren mit Instrumenten auch das Melken als Freizeitbeschäftigung gezeigt.

In professionell geführten Workshops wurden die Kinder für Diskriminierung im Alltag sensibilisiert. Sie erlebten in einer Übung hautnah, wie schnell man in die Täter- oder Opferrolle geraten kann. In angeleiteten Diskussionen machten sie sich Gedanken darüber, welchen Einfluss das eigene Verhalten auf andere hat, wo Gewalt im Alltag vorkommt und wie diese vermieden werden könnte. Anhand von Situationen wurde besprochen, wie man Zivilcourage beweisen kann.

«In professionell geführten Workshops wurden die Kinder für Diskriminierung im Alltag sensibilisiert. »

Am Mittwochnachmittag lernten Saxer Kinder mit einem Foto-Orientierungslauf die St. Galler Altstadt kennen.

Schon war das Ende des Lagers in Sicht. Am Donnerstagabend fand zur Freude aller Kinder eine Disco statt. Am letzten Morgen bemalten die Kinder gegenseitig ein T-Shirt, das sie noch lange an diese erlebnisreiche Lagerwoche erinnern wird.

Zur Nachbearbeitung des Lagers kommt der Power-up-Radiobus nach Sax und sendet am 28. und 29. April auf der Frequenz 99,7 MHz. Die Kinder der Primarschule haben dann die Gelegenheit selber Radio zu machen, über ihre Erlebnisse zu berichten und Interessantes und Wissenswertes auszustrahlen. (pd)

Dieser Artikel stammt ist am 18. April 2015 bei wundo.ch erschienen.